Jedes Jahr sterben in Deutschland mehrere Hundert Menschen beim Sport an einem plötzlichen Herztod, schreibt die Deutsche Herzstiftung. Oft sind dabei Kammerflimmern oder eine andere schnelle Herzrhythmusstörung schuld.

„Liebe Organisatoren
Dank dem mutigen Eingreifen von Mitradlern bei meinem Herzstillstand am 7. Sept. bin ich noch am Leben. Nach 13 Tagen Intensivstation sowie 6 Tagen auf der „Inneren Medizin“ durfte ich nach Hause.

Jetzt komme ich für drei Wochen in die Reha nach der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell. Die grosse Sorge meiner Familie galt meinem Gehirn, doch es sind keine Schäden sichtbar, und ich kann gut denken.

Der Herzstillstand kam ohne Vorwarnung, bis zu diesem Moment war ich mit meinen 71 Jahren fit und lebte ohne Beschwerden und Medikamente.

Ich kann es in Worten nicht beschreiben, wie dankbar ich für meine Rettung bin. Danke allen Unbekannten, die mir geholfen haben, und ich sage weiterhin für alle: Gute Fahrt!

Es grüsst herzlich W.G.“


Solche Herzrhythmusstörungen sind in der Mehrheit der Fälle auf Vorerkrankungen des Herzens zurückzuführen, die im Vorfeld nicht erkannt wurden. Jugendliche und junge Erwachsene erleiden dabei in erster Linie eine hypertrophe Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung), die sich in einer Erweiterung des Herzens oder, noch viel gefährlicher, einer Verdickung des Herzmuskels äussert.

Bei Ausdauersportlern ab dem 40. Lebensjahr gehen solche schnellen Herzrhythmusstörungen mit Abstand am häufigsten auf eine koronare Herzkrankheit, also einer zunehmenden Verengung der Gefässe zurück.

Im Radsport werden besonders grosse Muskeln beansprucht, die mit grossen Mengen Sauerstoff versorgt werden müssen. Das bedeutet einen enormen Stress für das Herz. Erkrankungen können aber leider nur bei regelmässigen Untersuchungen erkannt werden. Hierbei lassen sich allerdings nur ganz grundlegende Herzfehler wie ein Loch in der Scheidewand erkennen. Anomalien der Herzkranzarterien benötigen eine computertomografische Untersuchung.

Ausdauersport wirkt dabei zwar grundsätzlich lebensverlängernd, ein durchtrainierter 60-Jähriger hat weniger Herzprobleme als ein untrainierter, schützt aber nicht grundsätzlich vor koronaren Herzerkrankungen oder anderen Herzproblemen. Auf der Webseite der Deutschen Herzstiftung gibt es Tipps, die man als Ausdauersportler beachten sollte.

Wiedereinsteiger sollten sich erst durchchecken lassen. Wer seit seiner Jugend Ausdauersport betreibt, hat ein geringeres Risiko als Personen, die längere Zeit keinen Sport gemacht haben.

Regelmässig zum Arzt: Ab dem 35. Lebensjahr sollte man sich regelmässig medizinisch durchchecken lassen, da ab diesem Alter die koronare Herzkrankheit die häufigste Ursache für einen plötzlichen Herztod im Sport darstellt.
Übertriebenen Ehrgeiz vermeiden.

Familiäre Belastung beachten: Wenn in der Familie in einem jüngeren Lebensalter (z. B. unter 35 Jahre) ein plötzlicher Todesfall aufgetreten ist, sollte man sich ärztlich untersuchen lassen, um als Ursache für den Herztod erblich bedingte Herzkrankheiten auszuschliessen.

Warnzeichen beachten: Kommt es beim Sport im Brustkorb zu einem Druckgefühl, Schmerzen oder einem Engegefühl, sollte das unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Einfach weitertrainieren kann tödlich sein. Wichtig: Wenn solche Beschwerden länger als fünf Minuten dauern, sofort und ohne Zeitverlust den Notarzt unter der Notrufnummer anrufen.

Weitere Symptome:
– Schmerzen und Engegefühl in der Brust
– Abnormaler Herzrhythmus
– Unerklärliche Kurzatmigkeit
– Rätselhafte Müdigkeit
– Schwarz vor Augen, Black out

Was tun beim Herzinfarkt? So geht Erste Hilfe

Wer den Radmarathon schon länger vor sich herschiebt, weil ihm die Distanz doch zu gross scheint, der sollte sich mal die Leistung von Christian Wiegand anschauen. Ob Mont Ventoux, Grossglockner oder eben die Goldrunde des Bodensee Radmarathons, für den Thüringer sind das ganz spezielle Herausforderungen, denn er fährt mit nur einem Bein.

Mit 18 Jahren wurde Christian nach einem Motorradunfall sein linkes Bein am Oberschenkel amputiert. 1999 erlernte er das Radfahren neu und fährt seitdem ohne Prothese. 2016 erklomm er die 22 Kilometer und 1600 Höhenmeter zum Mont Ventoux, 2017 folgten der Grossglockner und die Silber-Tour des Bodensee Radmarathons.

Und 2019 kam der Geschäftsführer einer IT-Firma zurück, um sich die Goldmedaille des Bodensee Radmarathons vom OK-Präsidenten nach 220 Kilometern höchstpersönlich abzuholen. Unserem Wissen nach ist er damit der erste.

Hier erfahrt ihr mehr: https://www.1bein.net/

Unseren OK-Präsidenten hat es aus Rom nach Graubünden verschlagen. Klar, dass er sich auch die Klassiker Julier und Albula vornimmt.

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Wir sagen Danke und verneigen uns vor eurem Sportsgeist (wer wechselt schon von Silber auf Gold bei dem Wetter?), eurer Solidarität und dass ihr diesen Anlass zu dem gemacht habt, was er ist: Eine Tour zum Spass haben. Trotz Regen und ein paar Problemen bei der Beschilderung habt ihr den Humor nicht verloren. Wer es nicht mehr rechtzeitig an den Posten geschafft hat, erhält seine selbstverständlich Medaille zugeschickt (Meldung ans Sekretariat).

Tausende von unentwegten Velofahrern machten sich trotz Regen in den frühen Morgenstunden an den 5 Startorten rund um den See auf den Weg auf eine der drei abwechslungsreichen Strecken (80/150/220km) rund um den Bodensee. Der Regen liess zum Glück schon bald nach, dennoch kann man die Bodensee-Umrunder zu Recht als HeldInnen vom Bodensee bezeichnen: Unterwegs wird mit den anderen Teilnehmern ein harter Kampf gegen sich selbst und die kalte „Bise noire“ ausgefochten, dem ebenfalls mitfahrenden deutschen Ex-Profi Jens Heppner ein „Hallo“ zugeworfen und probiert, sich an ihn dranzuhängen. Oder man gewinnt locker plaudernd neue Kollegen und Freunde und geniesst die kurze Pause auf der Fähre.

An den Posten herrschte eine trotz widriger Wetterverhältnisse aufgeräumte und lockere Stimmung. Freudig wurde die vielfältige Verpflegung von Biberli über Trockenfrüchte, Bananen, Käsebrote, frische Thurgauer Äpfel, Energieriegel u.v.m. zu sich genommen, insbesondere die heisse Bouillon und der Tee war sehr gefragt. Der abgegebene Bodensee-Bidon fand grossen Anklang, ebenso die farbige Erinnerungsmedaille der Stadt Friedrichshafen, welche sich die Teilnehmer nach bestandener Herausforderung voller Stolz umhängten und hier und da noch gemütlich zusammensassen. Auch den letzten noch eintreffenden Bodensee-Umrundern wird die Medaille ausgehändigt und zum Sieg über sich selbst gratuliert.

Dank der umsichtigen Fahrweise der Teilnehmer gab es erfreulicherweise nur sehr wenige Unfälle. Den schwersten Vorfall behoben die Teilnehmer dank der hochgehaltenen Solidarität gleich selber: Eine mitfahrende Krankenschwester sowie Mitfahrer reanimierten einen Teilnehmer mit Herzstillstand gleich selber vor Ort bis die Ambulanz da war und verhüteten durch ihr beherztes und schnelles Eingreifen Schlimmeres. Danke!

Der organisierende Radfahrerverein Altenrhein dankt allen Teilnehmern, Helfern, Sponsoren, Behörden und den übrigen Verkehrsteilnehmern für die gute Zusammenarbeit und Rücksicht! Nur so ist ein solcher Anlass in der heutigen Zeit in einer derart positiven Stimmung überhaupt möglich.

Wir wünschen allen, die in Stürze verwickelt waren oder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten, baldige Genesung!

Bis 2020!

Wir freuen uns bereits auf die nächste Austragung am 12.9.2020, den 47. Bodensee-Radmarathon!
Getreu unserer Philosophie: 1x im Jahr in 1 Tag auf dem Velo rund um DEN See!

Ist die Teilnehmernummer am Trikot befestigt? Die Fotonummer am Helm? Fähr-Ticket und Ausweis (Grenzübertritt) eingepackt? Es gibt viele Dinge zu beachten, bevor es auf die Strecke gehen kann. Das Wichtigste haben wir hier zusammengefasst.

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Friedrichshafen: Zeppelin- und Universitätsstadt ist die zweitgrösste Stadt am Bodensee. Sie entstand 1811 aus der ehemaligen Reichsstadt Buchhorn durch Zusammenschluss mit dem nahen Dorf und Kloster Hofen an derselben Bodensee-Bucht.

Friedrichshafen – Die Zeppelinstadt
Am frühen Morgen erscheint die Sonne am Horizont und taucht die Stadt und die spiegelnde Oberfläche des Wassers in ein magisches Licht. Dieser Blick auf die Weite des Sees schafft Freiraum den Alltag zu vergessen und neue Energie zu tanken. Zum Frühstück ist eine echt schwäbische Seele ein Muss – pur, mit Butter oder belegt mit frischen Zutaten.
Tauchen Sie ein in den Pioniergeist der Kulturstadt am See. Graf Zeppelin entführt Sie in die Welt der Luftschiffe, die damals und heute in der Stadt allgegenwärtig sind. Die „sanften Riesen“ legen ihren Passagieren die Welt zu Füßen und schweben fast schwerelos über die Bodenseelandschaft. Oder gehen Sie auf Zeitreise durch die Welt der Luftschifffahrt, die im Dornier Museum zum Anfassen nahe ist. Wie fühlt es sich an, im Cockpit einer alten Maschine zu sitzen, das Steuer fest in der Hand?

Pioniergeist erleben: Museen in Friedrichshafen
„Man muss nur wollen und daran glauben, dann wird es gelingen“, sprach schon Ferdinand Graf von Zeppelin und sicherte sich 1898 das Reichspatent für einen „Lenkbaren Luftfahrzug mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern“. Später stellte er Claude Dornier als Flugzeugkonstrukteur ein, Gründer der Dornierwerke. Noch heute begeistern die beiden Pioniere. Ihre Spuren finden Sie in der ganzen Stadt verteilt – unter anderem im Dornier Museum, dem Zeppelin Schauhaus und dem Zeppelin Museum.

In der denkmalgeschützten Bauhaus-Architektur des Zeppelin Museums sind die weltweit größte Sammlung zur Geschichte der Luftschifffahrt und eine umfangreiche Kunstsammlung multimedial ausgestellt. Ein absolutes Highlight ist die originalgetreue, 33 Meter lange Teilrekonstruktion des Luftschiffes LZ 129 Hindenburg. Bei einem Rundgang durch die nachgebauten Passagierbereiche erfahren Interessierte, wie sich Reisende dieser innovativen Luxusliner der Lüfte fühlten.

Das Dornier Museum erweckt die einzigartige Geschichte der Luft- und Raumfahrt zum Leben. Testen Sie den Flugsimulator oder lassen Sie sich bei einer Führung von authentischen Menschen begeistern, die ihren ganz eigenen Bezug zur Luftfahrt und der Familie Dornier haben. Die einem Flugzeughangar nachempfundene Architektur beherbergt auf 6.000 qm 400 Exponate, zahlreiche Originalflugzeuge und 1:1-Exponate aus der Luft- und Raumfahrt. Hier kommen Technikbegeisterte, Luftfahrtfans oder Familien mit Kindern auf ihre Kosten.

Das Schwelgen in den schönen, alten Zeiten und viele Erinnerungen aus Kindheitstagen – diese werden beim Besuch im Schulmuseum geweckt. Hier erleben Sie wie sich die Schulbildung in der Vergangenheit angefühlt hat. Kommen Sie in drei original erhaltenen Klassenzimmern aus den Jahren 1850, 1900 und 1930 mit auf eine kleine Zeitreise.

Fest im Sattel: Radfahren am Bodensee
Rasant mit Tempo den Berg hinunter? Eine erfrischende Brise beim Erkunden des Umlands? Oder lieber gemütlich mit der ganzen Familie? Egal ob mit dem Rennrad, Mountainbike, Fahrrad oder E-Bike, Friedrichshafen bietet nicht nur entlang des Bodensees attraktive Radwege.

 

Radfahren am Bodensee heißt radeln umgeben von einer einzigartigen Traumkulisse. Der faszinierende Seeblick, das Alpenpanorama, die historischen Städte, Sehenswürdigkeiten und die regionalen Spezialitäten versprechen faszinierende und genüssliche Eindrücke. Die sanften Hügel und das milde Klima laden geradezu ein, die Umgebung mal aus einer anderen Perspektive zu erkunden. Im Frühjahr und Herbst ist die romantische Landschaft um Friedrichshafen mit der Natur im Einklang. Besonders die blühenden Apfelplantagen am Anfang jeden Jahres und das magische Farbenspiel der Natur im Spätsommer lassen Freiraum zum Wohlfühlen.

Malerische Ortschaften, geschichtsträchtige Städte, kulturelle Highlights und gepflegte Weinberge zieren die Strecke ebenso, wie der weite See als ständiger Begleiter. Und die zahlreichen Frei- und Strandbäder sowie Naturbadestrände sorgen während der Tour für eine erfrischende Abkühlung. Es sind dabei nicht immer die spektakulärsten Orte, die faszinieren. Ruhige, versteckte Plätzchen offenbaren sich bei genauerem Hinsehen oft als die wahren Diamanten.

Die wohl beliebteste Route ist der Bodenseeradweg, die in 260 Kilometern einmal um den kompletten See führt. Oder Sie stellen sich individuell aus mehreren Tagestouren Ihre Radreise zusammen.

Und sollte die Puste für die Rückfahrt einmal nicht mehr reichen: mit Bahn und Schiff gelangen Radler bequem zurück zu Ihrem Ausgangspunkt.

Tourist-Information Friedrichshafen
Bahnhofplatz 2
88045 Friedrichshafen
Tel.: +49 7541 20355444
Mail: tourist-info@friedrichshafen.de
Web: www.friedrichshafen.de

Die Winterzeit stellt nicht nur an den Körper Herausforderungen, sondern auch an das Bekleidungsmaterial. In den Ausgaben des Tour-Magazins November und Dezember findet ihr Tipps für Handschuhe, Thermostrinkflaschen und Funktionsunterhemden. 

Handschuhe:

Sie müssen Wind und Nässe abhalten und dem Windchill-Effekt entgegenwirken, bei dem die gefühlte Temperatur 6 bis 7 Grad unter dem realen Wert liegt. Sie müssen eine gute Isolation aufweisen, sollten aber nicht zu schwitzigen Händen führen. Man sollte ein Smartphone damit bedienen können und sie sollten Licht reflektieren können. Und passen sollten sie natürlich auch noch. Kurzum: Die individuellen Anforderungen sind sehr unterschiedlich, weshalb die von der Tour-Redaktion getesteten Handschuhe alle im Bereich 0 bis 10  Grad liegen. Testsieger sind die Handschuhe von Endura Deluge II mit einer hohen Isolation, einer sehr guten Passform sowie einem guten Grip. Die Handschuhe sind wasserdicht, halten warm und sind Touchscreen-fähig. Preis: 59.99 € (Tour)/63 CHF (Rose). Den zweiten Platz belegte Proviz Reflect 360. Die Isolationsfähigkeit wurde als mittel eingestuft mit einer guten Passform und Reflexionsmaterial. Preis: 50 € (Tour)/69 CHF (Sport Pro). Im unteren Preissegment findet sich Gripgrap Ride Hi-Vis Winterproof, ebenfalls mit einer mittleren Isolation, einer geringeren Wasserabweisung plus Reflexionsmaterial. Preis: 39.95 € (Tour)/36 CHF (Rose).

Thermosflaschen:

Der Körper weist bekanntermassen eine konstante Temperatur auf, weshalb bei der Zuführung kalter Getränke erstmal Energie aufgewendet werden muss, um diese Temperatur wieder der Körpertemperatur anzupassen. Im Winter wirken sich vom Fahrtwind heruntergekühlte Getränke besonders negativ aus. Als angenehme Trinktemperatur werden 28 bis 32 grad angenommen, weshalb eine Thermostrinkflasche eine gute Möglichkeit ist, das Lieblingsgetränk zumindest nicht auskühlen zu lassen. Im Tour-Test konnte zwar keine der getesteten Thermosflaschen so richtig überzeugen. Empfohlen werden aber z.B. Camelbak Podium Chill oder Elite Deboyo Thermal.

Mehr dazu in der November-Ausgabe des Tour-Magazins.

 

Funktionsbekleidung

Ziel eines Unterhemdes sollte sein, dass der Schweiss möglichst nach aussen transportiert wird. Deshalb sind diese Shirts innen grobmaschiger als aussen. Das sorgt für eine Sogwirkung, die den Schweiss nach aussen zieht. Im Winter stehen eien schnelle Trocknung und eine gute Isolation im Vordergrund. Die diesbezüglich immer wieder ins Spiel gebrachte Merino-Wolle ist prinzipiell gut geeignet. Nur Starkschwitzer dürften daran keine Freude haben, bleibt das Shirt, wenn es denn mal richtig nass ist, doch recht lange klamm. Im Tour-Test schnitten folgende Unterhemden gut ab: Craft Active Intensity CNL für die Übergangszeit (bis 10 Grad) oder kurze, schnelle Touren; Gore Base Layer LS Thermo bis 5 Grad sowie Odeo Warm Top, ebenfalls bis 5 Grad.

Mehr dazu in der Dezember-Ausgabe des Tour-Magazins.

36 Prozent aller Rennradreisen gehen einer Leserumfrage der Zeitschrift TOUR zufolge nach Spanien, davon allein 74 Prozent nach Mallorca. Dabei lohnt sich ein Blick über den mediterranen Tellerrand, z.B. auf die Kanaren.

Dort hat sich in den letzten Jahren viel in Sachen Rennradreisen getan, neben kleineren Anbietern, dominiert hier vor allem FreeMotion die Szene, die auf den Inseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote aktiv sind. Sie bieten verschiedenste Touren mit Rennrad, Bike aber auch E-Bike an. Eine Klassikertour führt vom Playa del Inglés in Maspalomas von 20m ü. NN direkt auf den Pico de Nieves, den Schneegipfel auf 1950m. Nur 48 Kilometer liegen zwischen Start- und Gipfel, aber die haben es in sich.

Start ist in Maspalomas, wo es rund vier Kilometer durch den dichten Verkehr aus der Stadt hinaus geht. Die Guides sorgen dafür, dass der Kreisel frei bleibt, vor allem wenn gut 30 Fahrerinnen und Fahrer in die Pedale treten.

Nach rund neun Kilometern auf der GC-60 trennt sich die Spreu vom Weizen an der Mirador Degollada de La Yegua auf rund 467m. D.h., je nach gefahrenem Tempo werden zwei bis drei Gruppen, jeweils mit einem Guide, gebildet. Danach gehts gleich mal in eine rasante Abfahrt durch ein schönes Tal und wieder hinauf nach Fataga, wo ein erster Getränke- und Fotostopp eingelegt werden kann. Nach einer kurzen Abfahrt geht es Richtung San Bartolomé und weiter bis die Strasse wie durch einen Felsen geschnitten zum Aussichtspunkt Cruz Grande auf 1247m führt.

In der Bar la Candelilla in Riscola Candelilla gibt es dann einen zweiten Stopp bei Kilometer 35, wo die Reserven aufgefüllt werden können und sich ein Schwatz mit den Radsportbegeisterten aus allen möglichen Ländern anbietet. Ein kurzes Flachstück erleichtert dann den Start nach der Pause, bevor es rechts nach Ayacata auf die GC-600 geht. Hier beginnt dann eine ernsthafte Kletterpartie, die dann bei Kilometer 40 durch einen Ausblick auf den Roque Nublo belohnt wird.

Die letzten Kilometer winden und ziehen sich noch durch die Furchen der Bergrücken bis man endlich nach über 2500 Höhenmetern am Parkplatz Mirador pico de los pozos angekommen ist. Von dort geniesst man nicht nur einen atemberaubenden Ausblick auf die schier endlosen, sich schlängelnden Strassen, die man hochgefahren ist, sondern kann bei gutem Wetter auch bis zum höchsten Berg Spaniens, den Teide auf Teneriffa sehen.

Bei schlechtem Wetter geht’s den gleichen Weg wieder zurück, bei gutem Wetter fährt man auf der anderen Seite wieder runter und kommt dann nach insgesamt 100 gefahrenen Kilometern wieder in Maspalomas an.

Neben kommunikativen und lustigen Tour-Guides ist auch das Fahrmaterial exzellent. Ich habe gleich mal das Cannondale Synapse mit Scheibenbremsen ausprobiert. Feinstes Fahrgefühl auf über 2000m Abfahrt.

Wer noch nie an einem Radmarathon teilgenommen hat, fragt sich mitunter, ob die Strecke nicht zu lang sein oder die Anforderungen an Technik und Material die bisherigen Erfahrungen übersteigen könnten. Hier gibt’s den zweiten Teil zur unserer Reihe: Vorbereitung auf einen Radmarathon.

Vor dem Start erfolgt selbstverständlich der Materialcheck. Ist die Schaltung richtig eingestellt? Erfüllen die Bremsen ihren Zweck? Ist genügend Luft im Reifen? Wer das nicht regelmässig selbst macht, gibt das Renngefährt am besten in fachliche Hände.

– Schaltung: kein Schleifen auf dem grössten bzw. kleinsten Ritzel; Umwerfer, Kette, Kettenräder und Schaltwerk alle 200 bis 400 Kilometer säubern und schmieren. Züge einmal im Jahr prüfen

– Bremsen: nach 100-300 Kilometern Schrauben an Bremsen prüfen; beim Betätigen der Bremsen sollte der Leerweg höchstens ein Drittel des Gesamtwegs ausmachen; regelmässig die Felgenwandstärke messen

– die Pedalplatten von Schmutz befreien und ggf. festziehen

– Luft: je nach Reifen und Fahrkomfort entsprechen der Angaben auf dem Reifen aufpumpen, bei Nässe ca. 0.5 bar weniger

Mehr Tipps gibt’s unter der regelmässig erscheinende Rubrik Werkstatt im Tour-Magazin.

Bevor es losgeht

Wer sich in den zwei Monaten davor mit intensiven und langen Ausfahrten auf einen Radmarathon vorbereitet hat, sollte eine Woche vorher das Training zurückfahren. Ab da hat das Training keinen zusätzlichen Effekt mehr, im Gegenteil, es kann sogar schaden.

Wer ohnehin nur kurze, dafür häufigere Ausfahrten unternommen hat, sollte ebenfalls leichtere Routen wählen.

Wichtiger sind jetzt ausreichend Schlaf und Stressvermeidung, was wiederum auf einer guten Vorbereitung aufbaut. Wer am Vorabend noch mit der Einstellung der Schaltung zu kämpfen hat, kann erst später abschalten und mutet dem Körper unnötige Stresshormone zu.

Das Studium des Wetterberichts stellt sicher, dass am nächsten Tag auch die richtige Kleidung eingepackt wird. Im Spetember kann es morgens recht kühl sein.

Ernährung: Kohlenhydrate und Fette sind wichtig

Ein grosses Augenmerk sollte auf der Ernährung liegen. Unser Körper braucht Treibstoff und zwar in Form von Kohlenhydraten, aber auch in Form von (am besten mehrfach ungesättigten) Fetten.

Untrainierte  können 300, Trainierte bis zu 600 Gramm Kohlehydrate in Form von Glycogen in den Muskeln speichern. Je nach Trainingsintensität reicht diese Menge für eine bis eineinhalb Stunden Sport aus. Um die Energie konstant bereitzustellen, empfiehlt es sich daher, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einzunehmen.

In den Tagen vor dem Radmarathon sollte kohlenhydratreich gegessen werden, z.B. Haferflocken, Kartoffeln oder Pasta. Zum Frühstück vor dem Start bietet sich Vollkorn-Müsli mit Früchten und Nüssen an. Fertige Cornflakes haben zu wenig Nährstoffe bzw. zu viel Zucker. Salziges ist generell wichtiger als Süsses. Zwei bis zweieinhalb Stunden vor dem Start sollte jedoch nichts mehr gegessen werden, da sonst Magen und Darm die Energie für die Verdauung benötigen.

Neben der Ernährung spielt das Trinken eine enorm wichtge Rolle. Pro Stunde sollte mindestens ½ Liter Flüssigkeit zu sich genommen werden, z.B. in Form eines kohlehydratreichen isotonischen Getränks.

Die ersten Kilometer

Beim Start gilt es, nicht über die eigenen Verhältnisse zu fahren. Ein lockerer Tritt mit einem guten Rhythmus gewöhnt die Muskeln langsam an die Belastung. Neulinge suchen sich am besten eine Gruppe, in deren Windschatten sie mitfahren können.

Wer in den Alpen abseits verkehrsreicher Strassen unterwegs sein möchte, für den ist die 3-Pässe-Tour unseres OK-Präsidenten Markus ein Muss. Und die Schlussabfahrt ist dank Sackgasse und einer 8-Personen-Kraftwerks-Seilbahn sicher einmalig.

Die Tour (anspruchsvolle Variante, rund 145km, 3200 Höhenmeter):
Start in Gstaad (oder Gsteig) im Berner Oberland, dann hoch zum Col du Pillon (1546 m ü.M.), runter zum schönen Ort Les Diablerets, dort scharf links direkt hinein in den wenig befahrenen Col de la Croix (1778 m ü. M.). Von hier geht’s eine lange Abfahrt hinunter ins Wallis, durch den malerischen Ort Villars-sur-Ollon, wo es links weg geht an der letzten funktionierenden Salzmine der Schweiz in Bex vorbei hinunter nach St.Maurice. Nun geht’s flach das Wallis hinauf ins Rhoneknie von Martigny und dann weiter auf der linken Talseite via Saillon bis nach Conthey bei Sion.

Ab hier folgt der harte Schlussaufstieg von 1700 Höhenmetern auf den Sanetsch-Pass, zuerst durch die schattenlosen, heissen Walliser Rebberge, dann durch angenehm schattigen Wald vorbei am Café du Plan-Cernet in den Schlusshang hinein. Hier gibt’s viel unberührte Landschaft, Gletscherpanorama, unbeleuchtete Naturtunnel, Alpenflora vom Feinsten, Bergsee in Herzform, und ganz wenige Touristen oder gar Autos (da Sackgasse).

Ab der Passhöhe (2252müM), die du nur an der Postautohaltestelletafel erkennst, erwartet dich noch eine leichte 5-km-Abfahrt zum Sanetsch-Stausee, hinter dem du dann am Ende des Kieswegs bei der Auberge du Sanetsch die Erlösung in Form der Seilbahn findest!

 

Aber aufgepasst: Die letzte Talfahrt ist um 17 Uhr! Danach hat man ein kleines Problem. Je nachdem lohnt sich ein kleiner telefonischer Avis bei der Seilbahn, dass danoch jemand komme…;-) Als leichtere Variante kann man natürlich auch die umgekehrte Variante der Tour machen.

Weitere Infos gibt’s unter:
www.seilbahnsanetsch.ch
info@seilbahnsanetsch.ch
+41 58 477 85 75