Von einer kleinen Volksradtour zur grossen Bodensee-Rundfahrt
Aus einer mutigen Idee in den frühen 1970er‑Jahren entstand ein Radsportereignis, das bis heute Tausende begeistert. Die Geschichte des Bodensee‑Rundmarathons beginnt mit Pioniergeist, Leidenschaft und einem kleinen Verein, der Grosses wagte. Was als Traum zweier Altenrheiner startete, entwickelte sich zu einem internationalen Publikumsmagneten – getragen von unermüdlichen Helfern, durchdachter Organisation und der Faszination des Velosports.
Die Anfänge des Radsports in der Schweiz
Damals, es sind die 1950er Jahre, kennt man schweizweit im Radsport bloss ein paar wenige Rennfahrer. Die erfolgreichsten heissen Hugo Koblet (“Pèdaleur de Charme” – Sieger Giro d‘Italia 1950), Ferdi Kübler (“Ferdi National” – Sieger Tour de France 1950), Oscar Plattner (85 Sixdays) und andere. Sie alle sind im Schweizerischen Radfahrer-Bund SRB (heute “Swiss Cycling“) organisiert. Der SRB kümmert sich hauptsächlich um diese Rennfahrer. Weibliche Lizensierte kennt man noch nicht. Angeschlossen sind ausser Renn- und Kunstradfahrer (Zweirad und Einrad), auch Tandem-, Reigen-, Corso-, Quer- und Hochradfahrer. Die Zahl der Freizeit-, Hobby- oder Tourenfahrer ist sehr bescheiden. Sie spielen im SRB eher eine Nebenrolle.
- Logo Swiss Cycling
- Schweizerischer Radfahrer-Bund
Velofahren boomt
Der Erfolg der Radrennfahrer lockt jeweils die gesamte Bevölkerung an die Rennstrecken. Radfahren wird populär. Die ehemals verhältnismässig bescheidene Zahl von Radsportbegeisterten nimmt rasant zu. Der Besitz eines Fahrrades gilt als Symbol für einen gewissen Wohlstand. Noch heute erkennt man diese Tatsache auf alten Fotos. Mit breiter Brust präsentieren sich die Leute zusammen mit ihrem Fahrrad dem Fotografen. Sehr gerne nehmen die Leute in jener Zeit – einzeln oder noch lieber als Gruppe – auf ihren mit Blumen reichlich geschmückten Fahrrädern an Festumzügen – zwischen Festwagen, Reitern und Musikgruppen – teil. Zunehmend nutzen Leute das Fahrrad auch für den Weg zur Arbeit und in der Freizeit für kleinere Radtouren.
- Anstecknadel
- Banner SRB-Volksradtour
Volksradtouren
Der Verkauf von Fahrrädern boomt und die Zahl der Hobbyfahrer steigt in der Folge enorm an. Um die 1970er-Jahre reagiert deshalb der SRB. Er will künftig nicht bloss für Rennfahrer, sondern vermehrt für alle Tourenfahrer und neu auch für Frauen und Jugendliche da sein. Der Verband richtet deshalb extra die Fachkommission “Radtourismus” ein. Als Obmann amtet Albert Hediger (später Chef “Alpenbrevet”). Er initiiert neu sogenannte Volksradtouren. Sie finden in der Regel an einem Sonn- oder Feiertag statt. Diese Anlässe stehen strikte unter der Betreuung des SRB. Die Organisation vor Ort liegt aber in den Händen eines örtlichen Veloclubs. An diesen Volksradtouren wird eine Rundstrecke von 30 bis 50 km ausgeschildert. Start und Ziel sind anfänglich immer in derselben Ortschaft. Der Schweizer Verband delegiert an jede Tour einen Mitarbeiter. Dieser instruiert, überwacht, besorgt das Inkasso, stempelt und gibt die Anstecknadeln ab.
Der SRB stellt Stempel, Karten, ein einfaches Logo, sowie Anstecknadeln in Gold, Silber und Bronze zur Verfügung. Das Startgeld kostet jeweils Fr. 2.50. Die Anstecknadeln dienen als Belohnung für die erste, sechste oder zwölfte Teilnahme. Wer im Laufe der Jahre 50 Volksradtouren absolviert, erhält gar eine spezielle Goldauszeichnung. Der Gewinn aus der jeweiligen Festwirtschaft gehört stets dem organisierenden Radfahrerverein.

Goldauszeichnung für 50 Teilnahmen
Der RV Altenrhein ist auch dabei
Auch die Zahl der mitmachenden Veloclubs boomt und es finden in der Schweiz gleichentags bis zu zehn Touren statt. Der Radfahrerverein Altenrhein ist in den ersten Jahren ebenfalls dabei. Obwohl die RVA-Verantwortlichen für die Durchführung der alljährlichen Ostschweizer Rundfahrt (für lizensierte Amateure) sehr beansprucht sind, soll im Verein auch etwas für den Breitensport unternommen werden.
Im Gegensatz zu anderen zählt die Volksradtour des RV Altenrheins schon zu Beginn bedeutend mehr Teilnehmende als andernorts. Mitverantwortlich dafür mag sein, dass man als erster Organisator mit Balgach und Altenrhein sinnvollerweise zwei Start- und Zielorte anbietet. Als grösste Gruppe darf man schon im zweiten Jahr der Durchführung aus einer Nachbargemeinde eine Gruppe mit tatsächlich über 150 Teilnehmenden begrüssen. Die zuständigen Delegierten des SRB sind von der Zuverlässigkeit der routinierten Altenrheiner Organisatoren so sehr begeistert, dass diese künftig den Anlass eigenständig und ohne SRB-Delegierten durchführen und abrechnen dürfen.

Einmaliges, speziell passendes Sujet zur Veranstaltung des Männerchors Neukirch-Egnach TG (bisher mehr als 40-mal durchgeführt)
Die Beliebtheit der Volksradtouren zeigt, dass dem SRB ein echter Hit gelungen ist. Der Zulauf an Hobbysportlern und auch ihren Familienangehörigen ist sensationell. Die Anlässe werden zu beliebten Volksfesten, oft mit Zusatzprogrammen. Gar manche Dorfvereine nehmen das Mitmachen an einer Volksradtour als Familienanlass in ihr Jahresprogramm auf. Auch das ist ein nie erwarteter Erfolg. Einige wenige Radfahrerclubs, so auch der RV Altenrhein, können später wegen anderen Aufgaben ihre Volksradtour leider nicht mehr durchführen. Der SRB muss und will sich deshalb anpassen: Neu dürfen auch andere Vereine Volksradtouren organisieren. So veranstalten jetzt ausser Radsportvereinen auch Gesangsvereine, Kochklubs, Schützenvereine, Pfadis, Fussballer, Bürgergemeinden, Naturfreunde, Bienenzüchter usw. Volksradtouren. Sie pflegen die Idee des Schweizer Verbandes weiter. Mehrere organisieren ihren Anlass total in Eigenregie, also ohne den Schweizer Verband. Im Volksradsport ist “die Neuzeit” da. Veranstalter bringen eigene Ideen ein und feiern weiterhin Erfolge.
Die Zahl der Hobbyfahrer steigt – die Qualität der Fahrräder auch
Nirgends ist ein Ende des Velobooms abzusehen. Deshalb will der SRB für Hobbyfahrer – in Ergänzung zu den Volksradtouren – anfangs der 1970er Jahre Grösseres organisieren. Es soll etwas nie Dagewesenes sein, mit “schlanker” Organisation und geringen Kosten für die Teilnehmenden. Die Verantwortlichen lassen sich eine Besonderheit einfallen: Man will während den Olympischen Sommerspielen, die vom 29. August – 7. September 1972 in München stattfinden, für “gut trainierte” Hobbyfahrer eine echte “Nachtfahrt” ab Zürich zum Olympiagelände organisieren. Die Strecke ist rund 340 km lang. Die Fahrzeit berechnet man auf 18 Stunden. Im Olympia-Radstation will man die für die Schweiz im Bahnvierer startenden Sportler lautstark anfeuern und damit zu grossem Erfolg verhelfen
Nachtfahrt nach München – ein voller Erfolg
Für die Idee des SRB meldeten sich rund 100 Radsportbegeisterte an. Unter diesen sind Hans Frei, Präsident des Veloclubs Altenrhein, Schwager Güscht Sieber und tatsächlich 7 weitere Mitglieder des RV Altenrhein. Am 1. September 1972 (Freitag), starten alle Angemeldeten am späten Nachmittag in Zürich. Erster Zwischenhalt ist im Grenzort St. Margrethen. Hier sind Verpflegungsstände bereit. Der örtliche Musikverein spielt einige Melodien und gibt dem Anlass damit eine besondere Wertschätzung.
Nach dieser kurzen Pause fährt man weiter. Das konsequent disziplinierte Fahren in der Dunkelheit ermöglicht allen am frühen Morgen des nächsten Tages die planmässige und unfallfreie Ankunft auf dem Olympiagelände. Dort steht für die Nachtfahrer auf einem Rasenfeld ein rot-weisses Zelt zur Verfügung. In diesem verpflegt man sich und legt sich zu einem kurzen Schlaf ins Gras.

Von links: Güscht Sieber, Hans Frei
Spektakel an Olympia
Am Nachmittag des 2. September 1972 trifft die Fangruppe rechtzeitig im Radstadion ein. Wenig später ist der Schweizer Bahnvierer, bestehend aus echten Radsportgrössen, im Einsatz. Für diesen qualifizieren sich die drei Fahrer aus dem St. Galler Rheintal: Martin Steger, Eichenwies, / Christian Brunner, Altstätten, (er erreicht schon zwei Tage vor seinem Bahnvierer-Einsatz im Olympia-Zeitfahren über 1000 Meter den 7. Rang, bei 32 Teilnehmern) / René Savary, Oberriet, (später Nationaltrainer), sowie Xaver Kurmann, Emmenbrücke LU, (er gewann in der Einzelverfolgung über 4’000 Meter bereits am Vortag seines Bahnvierer-Einsatzes sogar die Silbermedaille, bei 28 Teilnehmern).
Betreuer der Sportler sind Nationaltrainer Oscar Plattner (1946 Sprinter-Weltmeister) und sein Assistent Josef Helbling (Rad-Teilnehmer Olympia 1960 in Rom).

Schweizer Bahnvierer: Christian Brunner, René Savary, Martin Steger, Xaver Kurmann.
Den Schweizern gelingt eine perfekte Leistung. Hinter den Mannschaften BRD (Gold), DDR (Silber) und GB (Bronze) erreicht der Schweizer Bahnfahrer den sehr guten 5. Rang und damit ein Olympisches Diplom. Dies gelingt bestimmt auch dank der lautstarken Unterstützung der Teilnehmer der SRB-Nachtfahrt. All diesen Hobbyfahrern überreicht der SRB abschliessend eine spezielle Olympia-Medaille. Diese ist der verdiente Lohn für die in zwei Tagen erbrachte Top-Leistung. Den Heimweg ab München gestalten die meisten individuell per Bahn, Bus oder Begleitfahrzeug, mehrere – es sind “die Eisernen” gar mit ihrem eigenen Fahrrad.

Spezielle Olympia-Medaille für die Nachtfahrer.
Der Präsident hat Träume
Hans Frei, der noch junge Präsident des Veloklubs Altenrhein, ist von der Nachtfahrt, den Erlebnissen und Erfahrungen hell begeistert. Für ihn übertrifft dies alles bisher Dagewesene. Er gerät ins Phantasieren und ins Träumen und will ebenfalls eine grosse Tour für Hobbyfahrer organisieren. Dessen Realisierung soll wirklich etwas Neues, sogar auch eine echte Sensation werden.
Der Vereins-Präsident macht mit seinem Schwager Häbi Markovits gemeinsame Sache. Über Monate tauschen sich die beiden aus, diskutieren Ideen, planen und……… träumen weiter. Man bewegt sich aber auf steinigem Neuland: Bis anhin wird nämlich nirgends ein ähnlicher Anlass angeboten. Man kann deshalb auch nicht auf Erfahrungen anderer zugreifen. Alles muss neu definiert, formuliert und simuliert werden. Nach umfassender, ergiebiger Planung liegt dann ein erstes Grobkonzept vor.
Gemeinsam werden hohe Vorgaben formuliert. So soll der Anlass Interessierte auch von ausserhalb der Schweiz ansprechen, stets ohne Zeitmessung stattfinden, mehrere Streckenlängen und Startorte anbieten, kein übertriebenes Startgeld kosten, einen Hauch von Internationalität haben, bis ins Detail perfekt organisiert sein, einen ansprechenden Verpflegungssack anbieten, als Belohnung allen eine luxuriöse Medaille abgeben, Kiesstrassen umfahren, an allen Zielorten Gratisduschen anbieten, ausreichend beschildert sein und einen “gängigen” Namen tragen.
Ein taktischer “Schachzug”
Bevor Präsident Hans Frei im Radfahrerverein an seine Vorstands- und Vereinsmitglieder gelangt, will er die Einwilligung des SRB einholen. Er führt Gespräche mit dem Tourenchef des SRB, Albert Hediger, der die Nachtfahrt nach München organisierte. Dessen Begeisterung für eine neue Fernfahrt ist bescheiden. Gross-Anlässe für Tourenfahrer sollen künftig ausschliesslich in die Zuständigkeit des SRB gehören.

IBRM
Die enttäuschten beiden Initianten lassen sich nun einen “Kniff” einfallen: Es existiert nämlich die bereits 1926 gegründete IBRMV (Internat. Rad- und Motorfahrer-Vereinigung). In dieser sind alle Veloclubs aus dem weiteren Einzugsgebiet des Bodensees vereinigt. Man will “die Oberbehörde” einschalten und für sich gewinnen und besucht dazu Josef Würzer, Wangen im Allgäu. Dieser ist Präsident der IBRMV. Er lässt sich von der neuen Idee, die exakt am Bodensee – in seinem Hoheitsgebiet – stattfinden soll, vorbehaltlos begeistern. Josef Würzer bietet seine Hilfe an. Auch er meint, sein Zusammenschluss mehrerer Veloclubs aus vier Ländern sei bestimmt internationaler und bedeutender als der Schweizer Verband. Dieser Umstand gewichte alle Argumente bestimmt höher. Er fährt zum SRB nach Zürich und verhandelt erfolgreich: Die Bodensee-Rundfahrt ist geboren!!
Und die Vereinsmitglieder?
Bis anhin wissen aus dem Veloclub Altenrhein mit den beiden Initianten und Ideengeber bloss zwei Personen von den stets geheimen und kühnen Plänen. Der am 31. Oktober 1955 gegründete, in seinen ersten Jahren eher kleine Altenrheiner Verein, zählt zwischenzeitlich aber beachtliche rund 70 Mitglieder. Von diesen wird ausnahmslos jeder und jede am neuen Grossanlass mithelfen müssen. Für das Vorhaben braucht es alle. Präsident Hans Frei wagt nun mit ungebremster Zuversicht den Schritt an die Hauptversammlung vom 14. September 1973. Die Mitglieder stimmen – nach offener und umfassender Information und nach zufriedenstellender Diskussion – der Durchführung zu. Hurraaaah: Jetzt steht nichts mehr im Wege. Aus ehemals präsidialen Träumen wird Realität.
Nun eilt es. Man kreiert eine Ausschreibung. Dazu sind damals bloss einfachste Mittel verfügbar: Kugelkopf-Schreibmaschine, Abriebbuchstaben für Titel und eine handgezeichnete Bodenseekarte. Die Ausschreibung vervielfältigt man privat im Schwarzweiss-Verfahren. Fleissige Hände versenden die Ausschreibungen in ungezählten Couverts an Veloclubs, Fahrradgeschäfte, Sportvereine oder Fitness-Studios.
Der Samstag, 24. August 1974, ist da
Schon treffen die ersten Anmeldungen ein. Es sind beachtliche rund 800. Jetzt geht die Arbeit so richtig los: Ursy, die Ehefrau des OK-Präsidenten, näht im Alleingang (!) 800 beschriftete Verpflegungssäcke. Die Posten- und Ressortchefs werden bestimmt. Gleichzeitig bestellt man die erforderlichen Medaillen und den Inhalt der Verpflegungssäcke. Postenchefs organisieren ihre Plätze. Alles muss bis ins kleinste Detail im Voraus fixiert sein. Was man heute nicht mehr erahnen kann: Es gibt damals noch keine Handys und keinen Mailverkehr. Jegliche Absprachen sind vor dem Anlass via Festnetztelefon zu erledigen. Die Kommunikation in Sekundenschnelle zwischen dem OK und den Posten- und Ressortchefs ist am Tag X nicht möglich. Schlussendlich meistern das OK mit den Ressortchefs und mit allen Vereinsmitglieder bei den Vorbereitungsarbeiten auch die letzten Hindernisse. Es kann losgehen!

Handgenähte Verpflegungsbeutel der Radwanderfahrt Rund um den Bodensee.
Nach Mitternacht fahren die Postenchefs mit ihrem Material los, bringen vom Vorposten bis zum eigenen Posten die Beschilderung an und richten ihren Platz vor Ort ein. Ab 05.00 Uhr treffen die ersten Teilnehmenden ein und fahren los. Den ganzen Tag geht es an jedem Start- und Zielposten zu und her, auch unterwegs, tatsächlich wie in einem Bienenhaus. Nach Kontrollschluss baut man überall den Posten ab, macht sich auf den Rückweg und sammelt die Streckentafeln vom eigenen bis zum Vorposten ein.
Die Bodensee-Rundfahrt – eine bleibende Marke
Die Bodensee-Rundfahrt ist in Radsportkreisen in aller Munde. Schon ein Jahr später melden sich rund 2’000 Teilnehmende an. Am 1. September 1979 sind es gar über 8’000. Später ordnet die Polizei aus Gründen der Sicherheit eine Limitierung an. Im Laufe der Jahre nach 1974 bieten andere Vereine eigene, ähnliche Rundfahrten an. Sie heissen: um den Säntis, Rhy uf Rhy ab, Drei Kantone, Emmental, Zürisee, Jura, Zürcher Oberland, Innerschweizer, Schwarzwald, Engadin und manch andere. Leider haben nicht alle Beständigkeit. Die Beliebtheit der Bodensee-Rundfahrt ist bis heute ungebremst. Noch immer wird die Veranstaltung von Radfahrern für Radfahrer und ehrenamtlich organisiert.
Keiner der damaligen Gründer aus dem RV Altenrhein konnte seinerzeit den bis heute anhaltenden Erfolg erahnen. Das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen ist für alle Beteiligten der schönste Beweis. Die einstigen Pioniere der ersten 1970er-Jahre, sowie alle Mitglieder des Radfahrervereins Altenrhein, Vereins- und OK-Präsidenten, Posten- und Streckenchefs, Festwirte, Sporthallenwarte, Behörden, Teilnehmenden, stillen Helfer, Verfasser der Rückmeldungen, sie alle aus den vergangenen nun über 53 Jahren verdienen als Wertschätzung ein herzliches, riesengrosses, ehrenvolles «Danke».
Einst klein – heute gross
Aus einem einst kleinen Altenrheiner Radfahrer-Verein, dem in den 1950er-Jahren bloss wenig Mitglieder angeschlossen waren, entwickelte sich ein erfreulich grosser, aktiver und nicht grundlos stolzer Verein. Verantwortlich dafür sind bestimmt all die Besonderheiten, welche über Jahrzehnte immer die Jahresprogramme des Vereins prägten.
Die Vereins-Protokolle erwähnen dazu beispielsweise:
• einmalige Velofahrten, organisiert durch den jeweiligen Tourenchef
• mehrmaliges Flugplatz-Kriterium für Rennfahrer, an welchem in einem Jahr sogar die spätere Legende Eddy Merckx, Belgien, siegt
• die Ostschweizer-Rundfahrt für Amateure, welche um die 1970er-Jahre über 10-mal stattfindet (OK-Präsident und Renndirektor Ernst Baumann, Frauenfeld)
• Volksradtouren 1974, 1976, 1977
• die Rad-Weltmeisterschaft 1983 in Altenrhein, Initiant: René Steiner, Hotelier “Weisses Rössli, Staad SG”, OK-Präsident: Nationalrat Edgar Oehler
Sieger des Profi-Rennens: Greg Lemond USA, Amateur-Vize-Weltmeister Niki Rüttimann, Untereggen SG, Mitglied des organisierenden Radfahrervereins Altenrhein!
• gesellige Anlässe für alle Mitglieder: Klaus-Abende, Konditions-Trainings, Kegel-Abende und viele andere.
All diese Anlässe dienen sowohl der sportlichen Betätigung als auch der Geselligkeit, vor allem auch der Pflege der Kameradschaft. Und immer wieder sind für alle Vereinsmitglieder aufwendige Einsätze notwendig – man hält zusammen!
Einer – wie keiner
Hans Frei – wahrlich einer wie keiner! Er tritt im Dezember 1970 dem Radfahrerverein Altenrhein bei. Schon am 11. Dezember 1971 wählt man ihn als dessen Präsident. Er ist unermüdlich und deshalb mitschuldig, dass in seiner Amtszeit die Zahl der Vereinsmitglieder von 77 auf rund 270 steigt. Seine Schaffenskraft ist in allen Jahren riesig. Man kennt ihn als echten ” Tausendsassa”, der seinen Verein vom kleinen Schiffchen zum grossen Kahn mitgestaltet und über seine eigene Zeit hinaus zu prägen vermag. Der Verein ernennt seinen ” Langzeitpräsidenten” am 9. Februar 1980 zum Ehrenmitglied. Hans Frei – wahrlich einer wie keiner!
- Hans Frei
- Herbert Markovits
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